Kairo – koptisches Viertel

Bevor wir ins koptische Viertel gingen, schlug unser Guide einen Besuch im National Museum of Egyptian Civilization vor.

Im Jahr 2021 wurden zahlreiche Pharaonen – 22 an der Zahl – in einer spektakulären Zeremonie vom alten Ägyptisches Museum Kairo dorthin überführt – ein Ereignis, das weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Heute sind die königlichen Mumien dort in einem modernen, eindrucksvoll inszenierten Bereich zu sehen. Toller Vorschlag – es war traumhaft schön.

Das National Museum of Egyptian Civilization bietet einen umfassenden Überblick über 7.000 Jahre ägyptische Geschichte.

Neben den berühmten königlichen Mumien zeigt es Exponate aus allen Epochen – von der Pharaonenzeit über die griechisch-römische, koptische und islamische Ära bis in die Moderne. Die Präsentation ist modern, klar strukturiert und verbindet Geschichte mit zeitgemäßer Inszenierung.

Die Königlichen Mumien

Ein Highlight ist die „Royal Mummies Hall“ mit 22 bedeutenden Herrschern. In gedämpftem Licht und würdevoller Atmosphäre wirkt die Präsentation besonders eindrucksvoll – das Fotoverbot ist absolut nachvollziehbar.

Nach all den Statuen und goldenen Schätzen plötzlich vor den tatsächlichen sterblichen Überresten der Pharaonen zu stehen, ist ein bewegender Moment.

Einen visuellen Eindruck vermittelt das kleine Video.

Besonders beeindruckend war die Aussicht vom Außengelände: In der Ferne erheben sich die Mokattam-Berge. In diesen Steinbrüchen wurden einst gewaltige Kalksteinblöcke gebrochen – jenes Material, das unter anderem für die Pyramiden von Gizeh verwendet wurde.

Bei einer köstlichen Mittagspause saßen wir gemeinsam im Restaurant, während Ashraf uns mit großer Begeisterung das ägyptische Nationalgericht Koshari erklärte.

Das koptische Viertel, auch Alt-Kairo genannt, gilt als eines der ältesten bewohnten Gebiete der Stadt.

Ein Höhepunkt ist die berühmte Hängende Kirche (Al-Muallaqa), die ihren Namen ihrer erhöhten Lage über einem römischen Tor verdankt. Im Inneren beeindrucken kunstvolle Ikonen und eine hölzerne Kassettendecke.

Gleich daneben steht die Kirche der Heiligen Sergius und Bacchus, auch Abu Serga genannt – eine der ältesten Kirchen Kairos. Gedämpftes Licht, Weihrauchduft und kunstvolle Ikonen verleihen ihr eine besonders eindrucksvolle Atmosphäre.

Berühmt ist vor allem die unterirdische Krypta, die sich unter dem Altarraum befindet. Der Überlieferung nach soll hier die Heilige Familie während ihrer Flucht nach Ägypten Zuflucht gefunden haben.

Nicht weit entfernt befindet sich die Ben-Ezra-Synagoge, die an die lange jüdische Tradition Ägyptens erinnert. Der Überlieferung nach soll hier einst der kleine Moses gefunden worden sein – eine Legende, die dem Ort zusätzliche Bedeutung verleiht. Hier durfte man nicht fotografieren. Die dortige jüdische Gemeinschaft stellt einen QR Code zur Verfügung. Die zwei Fotos stammen aus dem erlaubten Link.

Ein Spaziergang durch dieses Viertel ist wie eine Reise durch verschiedene Glaubenswelten, die hier über Jahrhunderte hinweg nebeneinander existierten.